Datum: Montag, 21. September 2020


Bericht des Trierische Volksfreund in der Ausgabe vom 22.07.2002.

"Männergesangverein 1872" Waldrach feiert 130-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest

WALDRACH. (dis) Hochwertiger Chorgesang, gute Stimmung und beeindruckende Solisten: Mit einem dreitägigen Fest feierte der "Männergesangverein 1872" sein 130-jähriges Bestehen in der Aula der Regionalschule Waldrach zur Freude von fast 300 Gästen.

Der Männergesangsverein (MGV) Waldrach ist mit seinen 130 Jahren der älteste eingetragene Verein der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer sowie im Sängerkreis Trier-Saarburg. Dies war sicherlich auch mit ein Grund, warum sich so viele Chöre förmlich die Klinke in die Hand gaben, um ihren Waldracher Sängerfreunden Glückwünsche zu überbringen.

Mit einem großen Festabend begannen die Feierlichkeiten am Freitagabend. Natürlich ließen es sich die Waldracher Sänger und ihr Dirigent Rudolf Lauterbach nicht nehmen, ebenfalls Kostproben ihres "meisterschaftlichen" Könnens zu geben. Der MGV Waldrach hat bereits viermal in Folge den Meisterchor-Titel erworben und wurde mit dem goldenen Band der Stadt Prag für herausragenden Gesang ausgezeichnet.

Mit den Werken "Freu dich deiner Erdentage" von Rudolf Desch , "Nächtliches Ständchen" von Franz Schubert und "Der Unentbehrliche" von Richard Kamp eröffneten die Waldracher den Abend. Man hätte die berühmte Nadel fallen hören können, als Tenor Thomas Siessegger, Svetlana Svittchenko (Klavier) und Svetlana Konrad (Mandoline) ihr solistisches Können zu Gehör brachten.

In den Reigen musikalischer Hochleistungen reihten sich der Kirchenchor St. Laurentius Waldrach, Leitung Laurentius Lauterbach, und die von Musikdirektor Johannes Klar dirigierte Chorgemeinschaft MGV Schweich-Issel mühelos ein. Die fast 300 Gäste dankten den Musikern mit lang anhaltendem Applaus.

Die Glückwünsche von Landrat Richard Groß überbrachte Bürgermeister Bernhard Busch in seiner Eigenschaft als Schirmherr.

"Außerordentlich hohe Qualität"

Für die Ortsgemeinde gratulierte Ortsbürgermeister Heinfried Carduck. Busch: "Beim MGV erkennen wir den hohen Wert der Bereitschaft, etwas gemeinsam zu tun und dabei auch noch Spaß zu haben. Hinzu kommt der Anspruch, auf außerordentlich hohe Qualität zu achten." Auch im dörflichen Leben spiele der MGV eine große Rolle. "Die vorzügliche Interpretation der verschiedensten Gesangsstücke kann nur durch echte Disziplin und eine gute pädagogische Dirigentenschaft sowie eine engagierte Vereinsführung gewährleistet werden", lobte Carduck. Und Bürgermeister Busch hebt hervor: "Dirigent Rudolf Lauterbach und seine Sänger leisten seit vielen Jahren eine enorme Probenarbeit getreu dem Motto: Ohne Schweiß kein Preis".

Doch das Leben im MGV ist nicht nur durch Arbeit, sondern besonders auch durch den "Spaß an der Freud" charakterisiert, der zum guten Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern beiträgt.

Leiter Rudolf Lauterbach zum Erfolg und den Zielen: "Einer der Schwerpunkte unserer derzeitigen wöchentlichen Probenarbeit ist wieder die Vorbereitung auf das Bundesleistungssingen, ein Angebot des Sängerbundes." Dabei sollen Chor und Leiter durch eine intensive Beschäftigung mit verschiedenen Stilen der Chormusik an deutsche und internationale Chortraditionen herangeführt werden.

Idealismus und enormes zeitliches Engagement

Dirigent Lauterbach: "Idealismus und die Bereitschaft, die Freizeit mit Chormusik zu gestalten sind prägnante Eigenschaften unserer Mitglieder. Deshalb ist es auch unser Ziel, wieder den Titel ‚Meisterchor‘ zu ersingen."

Der Vorsitzende des Kreissängerbundes Jürgen Tonner und der Vorsitzende des MGV Berthold Winkel ehrten am Kommersabend verdiente Mitglieder. Oswald Jakobs, Paul Klein und Adolf Reuter wurden für 50-jährige Sangestätigkeit mit der Ehrennadel und einer Urkunde ausgezeichnet. Vorsitzender Winkel ernannte Adolf Reuter wegen seiner Verdienste um den Verein zudem zum Ehrenmitglied. Eine außergewöhnliche Ehrung wurde dem Sänger Christoph Lauterbach zuteil. Den 25-Jährigen ehrte Winkel für 25-jährige Mitgliedschaft. Wie das geht? Christoph Lauterbachs Vater, der jetzige Chorleiter, hatte seinen Sohn bereits kurz nach dessen Geburt im Verein angemeldet.